Laienreanimation

 

Was kann ich machen?

 

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, zu jeder Zeit. Der Betroffene wird sofort bewusstlos und atmet nicht mehr normal oder gar nicht mehr. Wenn nach einem Herzstillstand nicht innerhalb von 5 Minuten einfache Maßnahmen – vor allem die Herzdruckmassage – durchgeführt werden, dann ist ein Überleben unwahrscheinlich. Der Rettungsdienst kann fast nie innerhalb von 5 Minuten nach dem Herzstillstand direkt beim Betroffenen sein. Mit einfachsten Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage: 100 x pro Minute) durch Anwesende wird die Überlebenswahrscheinlichkeit verdreifacht!

 

Nur Sie können jetzt Leben retten!

 

Warum gerade ich?

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mindestens einmal in Ihrem Leben in die Situation kommen, die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Menschen durch diese einfachen Maßnahmen zu vervielfachen, ist sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dann diesen Menschen gut kennen auch, es könnten Ihre Eltern sein, Ihr Lebenspartner, Ihr Kind, ein Freund oder Verwandter. Auf 100.000 Einwohner kommen jedes Jahr rund 50 – 80 Fälle eines Herzstillstands, die im Reanimationsregister aufgenommen werden: Etwa 8 bis 10 Prozent der Patienten können wieder aus der Klinik entlassen werden. Einen entscheidenden Vorteil stellt hierbei das optimale Ineinandergreifen der gesamten Rettungskette dar. Die sogenannte Laienreanimation durch nicht professionelle Helfer, stellt dabei das erste Glied dieser Rettungskette dar. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass durch eine optimale Laienreanimation die Überlebensrate bei Reanimationen verdoppelt bis verdreifacht werden kann. Damit könnten mehr Menschen in Deutschland zusätzlich überleben, als wir in Deutschland Verkehrstote im Jahr verzeichnen.

 

Muss ich auch beatmen?

 

Wenn Sie in Mund-zu-Mund-Beatmung ausgebildet sind, wenden Sie dieses Verfahren zusätzlich zur Herzdruckmassage im Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen an. Wenn nicht, konzentrieren Sie sich auf die Herzdruckmassage. Damit ist schon viel gewonnen! Sie können nichts falsch machen! Sie können und dürfen Herzdruckmassage durchführen und einen AED anwenden – auch wenn Sie dies nie oder lange nicht mehr geübt haben, es könnte lebensentscheidend sein.

 

 

Was ist ein AED?

 

Ein AED (automatisierter externer Defibrillator) kann Leben retten und die Anwendung ist ganz einfach! Ein AED ist ein Gerät, das an vielen öffentlichen Orten und Gebäuden verfügbar ist und wie ein Feuerlöscher an einer Wand hängt. Das Gerät hilft Ihnen bei der Anwendung und ermöglicht bei Bedarf die Abgabe eines lebensrettenden Elektroschocks auf das Herz.

 

„Prüfen. Rufen. Drücken.“ ist die Erfolgsformel. Mehr müssen Sie nicht wissen. Und auch nicht tun. Wenn Sie dem Link https://www.einlebenretten.de/ folgen, erfahren Sie mehr über die einfachen Schritte der Wiederbelebung. Hier erhalten Sie auch Informationen über die verschiedenen Projekte, die in ganz Deutschland stattgefunden haben und noch stattfinden werden.


Grundsätze der Ersten Hilfe

Die ständig wachsenden Unfallgefahren im Haushalt, im Betrieb und im Straßenverkehr und wo sonst auch immer, machen es notwendig, daß möglichst viele Menschen in Erster Hilfe ausgebildet werden.

Bei Unglücksfällen oder Not Hilfe zu leisten, ist zunächst eine sittliche Pflicht, denn wer bei einem Unfall erwartet, daß ihm schnell und sachgemäß von seinen Mitmenschen geholfen wird, sollte selbst in der Lage sein, anderen zu helfen.


Die Hilfeleistung ist aber auch eine rechtliche Pflicht

Aus §34 der Straßenverkehrsordnung: Nach einem Verkehrsunfall hat der Beteiligte sofort zu halten, sich über die Unfallfolgen zu vergewissern, den Verkehr zu sichern und den Verletzten zu helfen.

§323c des Strafgesetzbuches: Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr oder ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Erwartungen an den Ersthelfer

  • erkennen, was geschehen ist
  • überlegen, welche Gefahr droht
  • zielstrebig handeln
  • den Verletzten vor zusätzlichen Schäden bewahren
    • lebensrettende Maßnahmen durchführen
    • eine Meldung veranlassen
    • Schmerzen durch sachgerechte Lagerung oder andere Maßnahmen lindern
    • den Verletzten betreuen, trösten und Zuversicht ausstrahlen
Der Ersthelfer soll nicht...
  • tiefere Diagnosen stellen
  • Maßnahmen durchführen, die Ärzten und Rettungsdienst vorbehalten sind
  • über die Erste Hilfe hinaus, den Verletzten behandeln

Lebensrettender Handgriff

Erkennen

Stellen Sie als Ersthelfer bei einem Betroffenen einen Atemstillstand fest, so muß Ihre erste Aktion der lebensrettende Handgriff sein.

Gefahren

Als Merksatz gilt:

  • Ohne Atmung kein Sauerstoff
  • Ohne Sauerstoff keine Hirntätigkeit
  • Ohne Hirntätigkeit kein Leben
Handeln
  • Der Verletzte befindet sich in Rückenlage
  • Knien Sie sich seitlich neben den Kopf des Betroffenen
  • Legen Sie eine Hand an den Stirnansatz und die andere Hand an das Kinn des Betroffenen.
  • Die Hand am Kinn drückt die Unterlippe gegen die Oberlippe und verschließt auf diese Weise den Mund des Verletzten.
  • Beide Hände wenden den Kopf stark nackenwärts und halten in so.

Durch diese Maßnahme werden Unterkiefer und Zungengrund angehoben und nach vorne geschoben, sie geben die Atemwege wieder frei. In vielen Fällen bewirkt schon dieser Griff ein wiedereinsetzten einer regelrechten Atmung. Wieder in Gang gekommene Atmung ist sicht- und hörbar! Sollte die Atmung nicht in Gang kommen, so ist nach dem Schema des Auffindens einer Person weiter zu verfahren.